Boppard – mein Traum
Im Angesicht von alten Mauern bin ich aufgewachsen.
Noch immer höre ich das Trommeln nackter Kinderfüße in den Gassen.
Ich stehe am Rhein und rieche den Fluss,
höre die Wellen, wenn große Schiffe vorbeigefahren sind,
lasse Steine springen.
Ich gehe die Stationen hoch bis auf den Kreuzberg
und meine Kreuzigung besteht allenfalls in einer Sinalco, einem Eis
und einem Blick auf Boppard
mit seinen Kirchtürmen,
und in der Ferne blinkt der Rhein golden.
Wenn ich in die Pfarrkirche gehe, dann umfängt mich der Weihrauch,
und eine feierliche Stille,
aber dann draußen,
wenn die Sonne scheint, dann wird alles wieder irdisch, lebendig,
und nur weniger Meter
und ich habe eine Waffel mit Eis in der Hand.
Der Tote sagt etwas zu dir, etwas wie „Hab schön auf dich Acht!“ oder „Du hast keine Schuld. Denke nicht so einen Unsinn. Alles ist gut.“ Manchmal zaubert das ein Lächeln auf dein Gesicht. Manchmal schüttelst du, wenn du dich unbeobachtet fühlst, den Kopf.
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